Freitag, 29. Februar 2008

Sarcozide

Diese Parole habe ich mal an einem hiesigen Unigebäude an die Wand gesprayt gesehen. Gemeint ist damit wohl, daß Sarkozys Politik den (meisten) Unis eher schadet als nützt. Überhaupt habe ich noch niemanden hier getroffen, der den "chef d'état" jetzt klasse findet.

Unlängst gab es einen kleinen Skandal, als der französische Präsident auf einer Landwirtschaftsmesse einem ihm den Gruß verweigernden ("touche moi pas") Bauern entgegnete: "casse toi pauvre con", was soviel heißt, wie "verpiss dich armer Idiot". Hier das Video dazu:



Unvergeßlich aber war der Auftritt Sarkos auf dem G8-Gipfel, wo er einen leicht - sagen wir mal - verwirrten Eindruck gemacht hat. Aber seht selbst:

Mittwoch, 6. Februar 2008

Dans la Rue...

Grundsätzlich hat mir hier das Autofahren noch keine Schwierigkeiten bereitet - bis jetzt lief alles recht entspannt. Poitiers ist schließlich auch nicht Paris, und mehr als zwei Spuren haben die Kreisverkehre hier nicht. Die übelste Ecke ist die Porte de Paris; vor allem bei Feierabendverkehr kann es dort zu durch Verkehrsschilder oder Ampeln nicht definierten Zuständen kommen.

* Kreisverkehr: Beim Reinfahren blinken die Franzosen grundsätzlich nicht, beim Rausfahren nur manchmal. Mittlerweile nehme ich sie gewöhnlich im dritten Gang. Dafür traue ich mich immer noch nicht, in der linken Spur reinzufahren. Der Spurwechsel innerhalb des Kreisverkehrs kann nämlich delikat werden, vor allem wenn der rechts hinter einem fahrende Franzose einen partout nicht abbiegen lassen möchte.

* Baustellen: Scheinen häufiger vorzukommen. Auf dem Weg zur Arbeit passiere ich eine Dauerbaustelle sowie durchschnittlich jeden zweiten Tag eine nervige Kleinbaustelle, die sich aber immer an einem anderen Ort befindet.

* Zebrastreifen: Gibt es in den Städten sehr oft, werden dafür (bzw. deswegen) von den Autofahrern aber kaum beachtet. Fur Fußgänger haben Zebrastrafen faktisch keinen Nutzen.

* Ampel: Die meisten Franzosen halten sich dran, obwohl ich erst heute wieder ein Motorrad gesehen habe, das eine rote Ampel überfahren hat. Die Ampeln schalten direkt von Rot auf Grün (ohne die in Deutschland übliche Rot-Gelb-Phase).

* Rücklichter: Daß ein Rücklicht ausfällt, scheint bei den Autos der Franzosen häufiger vorzukommen...

* Warnblinkanlage: Wird von den Franzosen recht gerne benutzt, bspw. wenn schnell ein Baguette besorgt werden muß.

* Staren-Kästen: Sie sind deutlich erkennbar und werden zudem durch entsprechende Schilder angekündigt. Außerdem erkennt man sie auch daran, daß kurz vorher sich alle Franzosen an das Tempolimit halten. Trotzdem bin ich schon einmal geblitzt worden, als ich das System noch nicht draußen hatte. Einen Strafzettel habe ich bisher aber glücklicherweise noch nicht bekommen...

Sonntag, 3. Februar 2008

Paris, la deuxième fois

Letzten Donnerstag und Freitag war ich wieder in Paris. Diesmal aber nicht "zum Vergnügen", sondern wegen eines Arbeitstreffens. Am Donnerstag mußte ich vor versammelter Mannschaft einen Vortrag mit dem Thema meiner Doktorarbeit halten und am Freitag gab es von mir eine Präsentation meiner neu-erstellten Software als Zugabe. Letzteres aber zum Glück nur im kleinen Kreis. Es war ein Workshop, der seinen Namen auch verdient hat - im Gegensatz zu dem, was ich in Deutschland so gewohnt war, wurde hier nämlich nicht nur präsentiert sondern auch kräftig diskutiert, kritisiert, angeregt... Meine Französischkenntnisse machen inzwischen auch Fortschritte: Am Donnerstag abend waren wir, also mein Chef, ein Kooperationspartner und ich, unweit dieses zauberhaften Palmenambientes essen, und ich habe mir eingebildet, nach dem zweiten Glas fast alles zu verstehen!


Freitag nachmittag blieb mir dann noch etwas Zeit, Paris zu erkunden. Für einen Besuch der großen Museen, den ich mir eigentlich vorgenommen hatte, reichte es nicht mehr; also wollte ich wenigstens die Katakomben angucken. Aber Pustekuchen: "fermée". Etwas enttäuscht zog ich mich dann in ein Café zurück, um mir gemütlich und im warmen die Jungs von médecins du monde anzugucken, wie sie in der Fußgängerzone den Passanten Spendengelder abluchsen. Sehr interessant!

Um wenigstens etwas gesehen zu haben, bin ich mit dem Aufzug in den 46. Stock des Tour Montparnasse gefahren in der Absicht die vielgepriesene Aussicht zu bewundernt. Allerdings war dies mir keine unverschämten 9.50 Euro wert. Der Laden gehört wohl zu einem Großteil der Societé Generale, und die müssen ja die 5 Mrd. wieder reinbekommen, die dieser Jungbroker verzockt hat...